Die “second best short story” Einsendung zum 8. Literaturfest von Elias

Dezember 1st, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Er

Er schlich durch die dunklen Straßen Berlins. Er hatte es nicht eilig, wieso auch. Er fand seine Opfer immer, noch nie war ihm jemand entkommen. Nie.

Er dachte nicht viel nach vor seinen Aufträgen, das hatte er nicht nötig. Er war einer der besten Auftragskiller der Welt. Der Beste.

Er hatte nur eine Beschreibung seines Opfers, mehr war nicht nötig. Nicht einmal den Namen kannte er. Aber den wollte er auch nicht wissen, bei keinem Opfer. Denn wenn er den Namen seines Opfers kannte, dann lenkte das nur ab. Ihm könnte wieder einfallen, dass es ein Mensch war, den er auslöschte und dass er vielleicht Familie und Freunde hatte. Das durfte niemals passieren. Nie. Er hatte noch nie gezögert, nur deshalb war er der Beste.

Allerdings hätte es vermutlich nichts geändert, hätte er die Namen seiner Opfer gekannt. Er war wie eine Maschine geworden. Kalt. Emotionslos. Präzise.

Auch warum er seine Opfer tötete wusste er nicht, der Grund seiner Auftraggeber war ihm nie bekannt. Und es war ihm egal, ihm war nur wichtig, dass er bezahlt wurde, alles andere waren nur unwichtige Nebeninformationen.

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Die Gewinner-Kurzgeschichte des 8. Literaturfests der BLI von Paula

November 29th, 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Unsere Jury hat diese Geschichte von Paula Schenkenberger zum absoluten Favoriten unter allen Einsendern im Bereich 7.-10. Klasse gekürt!


Zwei Morgen

Lasst mich euch eine Geschichte erzählen. Diese Geschichte spielt in einer Stadt, in Berlin. Einer großen Stadt mit qualmenden Schornsteinen, grauen Asphaltstraßen, grünen Parks und einer energiegeladenen Atmosphäre, die so typisch ist für diese Stadt. Es ist morgen. Die Sonne steigt langsam über die Häuser, kleine wie große, und vertreibt die Nacht mit ihrem leuchtenden Strahlen. Erste betrunkene Partygänger verkriechen sich in ihren Häusern und Ecken, um auszuschlafen für die nächste Nacht und machen Platz für Geschäftsleute und Schulkinder.

Dort, in einem schönen und teuren Viertel mit großen Parks, sanften Seen und beeindruckenden Häusern, lebt in genauso einem Haus ein Mädchen. Mit diesem Mädchen möchte ich meine Geschichte anfangen. Sie hat braune Haare und auch braune, schon fast schwarze, Augen, die aber im Moment zum Schlafen geschlossen sind. Plötzlich durchbricht ein Klingeln die Stille. Laut und schrill ertönt es vom Nachttisch her und das Mädchen kuschelt sich nochmal in ihre Decke ein, öffnet dann aber widerwillig die Augen.

Nun, wo sie wach ist, möchte ich euch den Namen des Mädchens sagen. Sie heißt Martha, nach dem Lied von Tom Waits, bei dem sich ihre Eltern kennen gelernt haben. Es ist ein Name, der für Sehnsucht und Liebe steht. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

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